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Der Beckenboden: Aufgaben, Schwächen und was man tun kann
Er arbeitet im Verborgenen und wird oft erst bemerkt, wenn er nicht mehr richtig funktioniert: der Beckenboden. Hier erfahren Sie, was diese Muskelschicht leistet und warum sie Training verdient.
SmartMann Redaktion · 13. Oktober 2026 · ca. 5 Minuten Lesezeit

Was ist der Beckenboden?
Der Beckenboden ist eine Platte aus Muskeln und Bindegewebe, die das Becken nach unten abschließt. Er spannt sich zwischen Schambein, Steißbein und den beiden Sitzbeinhöckern auf und besteht aus mehreren Schichten. Durch ihn hindurch führen die Harnröhre, der Enddarm und bei Frauen die Scheide.
Frauen und Männer haben gleichermaßen einen Beckenboden. Bei Frauen ist er anatomisch bedingt etwas weiter geöffnet und dadurch anfälliger für Belastungen, etwa durch Schwangerschaft und Geburt.
Welche Aufgaben hat der Beckenboden?
- Halten: Er trägt die Organe im Bauch- und Beckenraum, also Blase, Gebärmutter bzw. Prostata und Darm.
- Verschließen: Er unterstützt die Schließmuskeln von Blase und Darm, besonders wenn der Druck im Bauchraum plötzlich steigt, etwa beim Husten, Niesen, Lachen oder Heben.
- Entspannen: Beim Wasserlassen und beim Stuhlgang muss er gezielt locker lassen.
- Stabilisieren: Zusammen mit Bauch- und Rückenmuskulatur stabilisiert er Rumpf und Wirbelsäule.
- Sexualfunktion: Er ist an Empfindung und Funktion bei Frau und Mann beteiligt.
Warum wird der Beckenboden schwächer?
Wie jeder Muskel kann auch der Beckenboden an Kraft, Ausdauer oder Koordination verlieren. Häufige Einflussfaktoren sind:
- Schwangerschaft und Geburt
- hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren
- zunehmendes Alter
- Übergewicht
- chronischer Husten, häufiges schweres Heben oder starkes Pressen bei Verstopfung
- Operationen im Beckenbereich, zum Beispiel an Prostata, Gebärmutter oder Enddarm
- Bewegungsmangel und langes Sitzen
Woran merkt man einen geschwächten Beckenboden?
Typische Anzeichen sind ungewollter Urinverlust beim Husten, Niesen oder Sport, ein häufiger oder plötzlicher Harndrang, Schwierigkeiten, Winde oder Stuhl zurückzuhalten, sowie ein Druck- oder Senkungsgefühl im Unterleib. Viele Betroffene sprechen aus Scham nicht darüber, obwohl solche Beschwerden sehr verbreitet sind.
Wann sollte ich zum Arzt?
Wenn Sie Beschwerden wie ungewollten Urin- oder Stuhlverlust, häufigen Harndrang oder ein Senkungsgefühl bemerken, lassen Sie die Ursache ärztlich abklären, zum Beispiel in der Hausarztpraxis, Urologie, Gynäkologie oder Proktologie. So kann die passende Behandlung gefunden werden.
Was hilft? Gezieltes Beckenbodentraining
Beckenbodentraining gehört zu den grundlegenden konservativen Maßnahmen bei Beckenbodenschwäche und wird häufig von Ärztinnen, Ärzten und Physiotherapeuten empfohlen. Ziel ist es, die Muskulatur bewusst wahrzunehmen, gezielt anzuspannen, wieder zu entspannen und Kraft sowie Ausdauer aufzubauen.
Die Herausforderung: Der Beckenboden liegt tief im Körper und ist von außen nicht zu sehen. Viele Menschen spannen beim Üben stattdessen Gesäß, Oberschenkel oder Bauch an oder pressen sogar nach unten. Hier kann Biofeedback helfen, indem es die Muskelarbeit sichtbar macht. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Biofeedback beim Beckenbodentraining.
Quellen & weiterführende Informationen
- IQWiG / gesundheitsinformation.de: Wie funktioniert ein Beckenbodentraining? ↗
- IQWiG / gesundheitsinformation.de: Glossar: Inkontinenz ↗
- Deutsche Kontinenz Gesellschaft: Broschüre: Harn- und Stuhlinkontinenz (PDF) ↗
Die verlinkten Quellen beschreiben allgemeine medizinische Zusammenhänge und sind keine produktspezifischen Wirksamkeitsnachweise.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
