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Stuhlinkontinenz und LARS nach Darmoperationen
Probleme, Stuhl oder Winde zu halten, gehören zu den am stärksten tabuisierten Beschwerden. Dabei sind sie verbreitet, besonders nach Operationen am Enddarm. Ein Überblick.
SmartMann Redaktion · 13. Oktober 2026 · ca. 6 Minuten Lesezeit

Was ist Stuhlinkontinenz?
Von Stuhlinkontinenz spricht man, wenn Darmwinde oder Stuhl nicht zuverlässig zurückgehalten werden können. Das Spektrum reicht vom gelegentlichen Verlust von Winden bis zum ungewollten Abgang von festem Stuhl. Man unterscheidet unter anderem eine Dranginkontinenz, bei der der Stuhldrang so plötzlich kommt, dass die Toilette nicht rechtzeitig erreicht wird, und eine passive Inkontinenz, bei der Stuhl unbemerkt abgeht.
Mögliche Ursachen
- Verletzungen des Schließmuskels, zum Beispiel bei einer Geburt
- Operationen am Enddarm oder im Analbereich
- Schwäche der Beckenboden- und Schließmuskulatur
- Nervenschädigungen, etwa bei neurologischen Erkrankungen oder Diabetes
- Veränderungen der Stuhlkonsistenz, zum Beispiel bei chronischem Durchfall
Was ist LARS?
LARS steht für „Low Anterior Resection Syndrome“. Gemeint sind Beschwerden, die nach einer tiefen anterioren Rektumresektion auftreten können, also nach einer Operation, bei der ein Teil des Enddarms entfernt wird, häufig im Rahmen der Behandlung von Enddarmkrebs. Die Beschwerden zeigen sich oft nach der Rückverlegung eines vorübergehenden künstlichen Darmausgangs (Stoma).
Typisch sind häufiger und dringender Stuhlgang, eine Entleerung in mehreren Portionen, ungewollter Verlust von Winden oder Stuhl sowie das Gefühl unvollständiger Entleerung. Die Ausprägung ist sehr unterschiedlich und kann sich im Laufe der Zeit verändern.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausprägung und wird individuell festgelegt. Mögliche Bausteine sind:
- Anpassung der Ernährung und Regulierung der Stuhlkonsistenz
- Medikamente, zum Beispiel zur Verlangsamung der Darmtätigkeit
- Beckenboden- und Schließmuskeltraining, häufig unterstützt durch Biofeedback
- Elektrostimulation, je nach Befund
- transanale Irrigation (Darmspülung)
- in ausgewählten Fällen Verfahren wie die sakrale Neuromodulation oder operative Eingriffe
Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam
Bei Beschwerden nach einer Darmoperation sind Ihre Chirurgin oder Ihr Chirurg, die Proktologie oder ein Kontinenzzentrum die richtigen Ansprechpartner. Viele Maßnahmen lassen sich gut kombinieren.
Quellen & weiterführende Informationen
- NIDDK (National Institutes of Health): Treatment of Fecal Incontinence (englisch) ↗
- Cochrane Review (Norton & Cody, 2012): Biofeedback and/or sphincter exercises for the treatment of faecal incontinence in adults (englisch) ↗
- European Society of Coloproctology (ESCP): International consensus definition of low anterior resection syndrome (englisch) ↗
- Deutsche Kontinenz Gesellschaft: Broschüre: Harn- und Stuhlinkontinenz (PDF) ↗
Die verlinkten Quellen beschreiben allgemeine medizinische Zusammenhänge und sind keine produktspezifischen Wirksamkeitsnachweise.
Beckenbodentraining bei Stuhlinkontinenz
SmartMann Systeme unterstützen das aktive Training der Beckenboden- und Schließmuskulatur mit Biofeedback.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
